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Christsein heute

Christsein heute Posted on 4. April 2021Leave a comment

… heißt in meinen Augen nicht, die Asche anzubeten (liturgische Übungen ohne Relevanz fürs eigene Leben auszuführen), sondern sich auf die Suche nach dem Kern zu machen, der aus uns bessere Menschen macht.

Und da habe ich eine Stelle in den Paulusbriefen gefunden, die etwas beschreibt, das wir heute alle gut gebrauchen können.

„Bleibt niemand etwas schuldig; doch zu gegenseitiger Liebe seid ihr stets verpflichtet.
Wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.“

Also: wir sollen unseren Kindern und Enkeln nicht die Zukunft schuldig bleiben,
sondern so handeln, dass sie möglichst die gleichen Perspektiven haben wie wir.
Paulus bezeichnet diesen Imperativ als „Gesetz“.

„Denn die Gebote: Du sollst nicht ehebrechen, nicht töten, nicht stehlen, nicht begehren, und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Nicht töten sollen wir – weder durch direkte Handlung, noch durch indirekte Handlung,
die Auswirkungen auf das Klima in der Zukunft hat
und unsere Nachkommen in einen Überlebenskampf wirft.

„Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.

Bedenkt doch die Zeit: die Stunde ist gekommen, vom Schlaf aufzustehen.“

Das heißt auch, weder Ignoranz, selektive Wahrnehmung noch Wegschauen –
sondern die gesamte Realität in den Blick nehmen,
auch die Dinge, die uns unangenehm sind.

„Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts!“

Unsere heutige Bequemlichkeit und unser Selbstbetrug sind Angewohnkeiten,
die unsere Kinder und Enkel in einen ewigen Karfreitag schicken,
ohne dass sie eine Chance auf Ostern (=Überleben) haben.

„Lasst uns so leben, wie es dem Licht des Tages entspricht, ohne Fressen und Saufen, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht.“

Bei Claudia Kemfert heißt das, in modernen Worten ausgedrückt:
Keine Verschwendung, sondern Effizienz und Suffizienz (=Genügsamkeit).
Also nicht mit dem Auto fahren, wenn es auch anders ginge.

„Legt das neue Gewand an, Jesus Christus, den Herrn, und lebt nicht so, dass die Begierden des Leibes erwachen.“

Der Religion kann mensch ablehnend gegenüberstehen.
Ich denke jedoch, dass sie auch eine wichtige Funktion erfüllen könnte:
Uns selbst zur Verantwortung aufzurufen.

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